Amer

Syrisch, 23, flüchtigAmer

Ich fühle mich wieder als Person“, fasst Amer* seine Lebenssituation als Flüchtling in Bremen zusammen. Ende April 2013 beginnt seine Reise. Es dauert viereinhalb Monate bis sein Wunschdenken Realität wird. Der junge Kurde hat es bis nach Deutschland geschafft. In seinem Heimatland Syrien sind mehr als sechs Millionen Menschen auf der Flucht, davon 4,25 Millionen innerhalb Syriens und 2,1 Millionen in den Ländern Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon und in der Türkei. Er ist einer von den 1.700 Flüchtlingen, die seit März 2013 nach Deutschland gekommen sind. Laut der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl stemmten mehr als 600 von ihnen die Reise allein, ohne Unterstützung des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) – so auch Amer.

Bedroht

Bremen erklärte sich bereit, bis zu 50 Flüchtlinge aufzunehmen, in Zukunft soll diese Zahl verdoppelt werden. Öffentlichkeitswirksam betont die Europäische Union ihren Einsatz für syrische Flüchtlinge. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel im Oktober 2013 waren von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy noch drei Grundsätze zu hören, nach denen die EU in der Flüchtlingsproblematik handeln wolle: Vorbeugung, Schutz, Solidarität.

Zurückgewiesen

Doch an den europäischen Grenzen werden noch immer grundlegende Menschenrechte missachtet und verletzt. Vor allem das rigorose Zurückweisen von Flüchtlingen durch Polizeibeamte hindert Schutzsuchende daran, Landesgrenzen zu übertreten. Beispielsweise sorgen maskierte Spezialeinheiten in Griechenland dafür, dass Flüchtlinge willkürlich inhaftiert, festgehalten und teils misshandelt werden. Berichten von Pro Asyl zufolge soll die griechische Küstenwache auch Flüchtlingsboote in türkischen Gewässern ihrem Schicksal überlassen haben. Amer spricht mit uns über seine traumatischen Erfahrungen auf der Flucht.

* Namen von der Redaktion geändert

 

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